Dunkel wie Bernstein, würzig, leicht malzig – Waldhonig ist für viele der König unter den Honigen. Das Erstaunliche: Für ihn muss keine einzige Blüte blühen. Die Hauptzutat liefern – Läuse.
Honigtau: das süße Geheimnis des Waldes
Blatt- und Schildläuse zapfen mit ihren Saugrüsseln die Leitbahnen von Fichten, Tannen, Eichen oder Linden an. Der Pflanzensaft ist reich an Zucker, aber arm an Eiweiß – deshalb filtern die Läuse das Eiweiß heraus und scheiden den Zuckerüberschuss als glänzende Tröpfchen aus: den Honigtau.
Für Bienen ist das ein gefundenes Fressen. Sie sammeln den Honigtau von Nadeln und Blättern und verarbeiten ihn genau wie Nektar zu Honig: eindicken, Enzyme zufügen, einlagern, verdeckeln.
Woran du Honigtauhonig erkennst
- Farbe: dunkelbraun bis fast schwarz, oft mit grünlichem Schimmer
- Geschmack: würzig, malzig, harzig – weniger blumig-süß als Blütenhonig
- Konsistenz: bleibt lange flüssig (wenig Traubenzucker)
- Mineralstoffe: deutlich mehr als in hellen Honigen
Warum es ihn nicht jedes Jahr gibt
Waldtracht ist unberechenbar: Sie hängt von der Massenvermehrung der Läuse ab, die wiederum vom Wetter abhängt. Manche Jahre „honigt“ der Wald gewaltig, andere gar nicht. Deshalb ist echter deutscher Waldhonig immer eine kleine Kostbarkeit.
Und in Brandenburg?
Unsere Region ist vor allem Blütenland – Raps, Linde, Kornblume prägen unsere Frühtracht und Sommertracht. In manchen Jahren tragen die Bienen aber auch hier Honigtau von Linden und Eichen ein und geben der Sommertracht eine dunklere, würzigere Note. Auch das macht Honig vom Imker aus: Jedes Jahr schmeckt, wie das Jahr eben war.
🍯 Lust auf echten Honig vom Imker?
Frühtracht und Sommertracht – naturbelassen und direkt aus unserer Imkerei. Oder stell dir gleich dein eigenes Wunschset zusammen!
Über den Autor: Florian Stoth imkert in Sieversdorf-Hohenofen (Ostprignitz-Ruppin) und schreibt hier über Bienen, Honig und das Imkerleben. Jeden Beitrag schreibt er aus der eigenen Praxis an den Völkern. Mehr über die Imkerei



