Wer schon einmal ein Rähmchen aus einer Beute gezogen hat, kennt das klebrige, harzige Zeug an allen Ecken: Propolis, das Kittharz der Bienen. Für das Volk ist es Baumaterial und Schutzschild zugleich.
Woraus besteht Propolis?
Die Sammlerinnen tragen Harze von Knospen und Rinden ein – vor allem von Pappeln, Birken und Nadelbäumen. Im Stock vermischen sie die Harze mit Wachs, Pollenanteilen und eigenen Enzymen. Das Ergebnis: eine Masse aus rund 50 % Harz, 30 % Wachs, ätherischen Ölen und Pollen.
Die Klimaanlage bleibt keimfrei
In einem Bienenstock leben zehntausende Tiere dicht an dicht bei 35 °C und hoher Luftfeuchtigkeit – eigentlich ein Paradies für Keime. Genau hier kommt Propolis ins Spiel:
- Ritzen und Fugen werden abgedichtet
- Das Flugloch wird bei Bedarf verengt („Propolis" = griechisch „vor der Stadt")
- Eingedrungene Fremdkörper werden überzogen und so unschädlich gemacht
- Zellwände werden vor der Eiablage hauchdünn ausgekleidet
Was macht der Mensch daraus?
Propolis wird seit der Antike verwendet – schon die Ägypter nutzten es. Heute findet man es in Tinkturen, Salben und Kosmetik. Studien untersuchen seine antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften. Wichtig zu wissen: Propolis kann Allergien auslösen, ein Verträglichkeitstest ist sinnvoll.
Propolis aus der Imkerei
Als Imker ernten wir Propolis nur nebenbei und in kleinen Mengen – etwa beim Abkratzen der Rähmchen. Es zeigt aber wunderbar, was für ein perfekt organisierter Organismus ein Bienenvolk ist: Sogar die Apotheke bauen sich die Bienen selbst.
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