„Ist dein Honig bio?“ – eine berechtigte Frage. Die Antwort führt zu einer spannenderen Frage: Was kann bei einem Tier, das in einem Radius von drei Kilometern frei fliegt, überhaupt „bio“ sein?
Bienen kennen keine Betriebsgrenzen
Ein Bienenvolk befliegt rund 30 Quadratkilometer. Kein Imker der Welt kann kontrollieren, ob seine Bienen dabei einen konventionellen Rapsacker besuchen. Deshalb setzt die Bio-Zertifizierung gar nicht beim Sammelgebiet an, sondern bei der Betriebsweise des Imkers.
Was Bio-Imkerei konkret regelt
- Standort: Im Umkreis von 3 km müssen überwiegend ökologische Kulturen, Wildpflanzen oder trachtarme Flächen liegen
- Beuten: Bienenkästen aus natürlichen Materialien wie Holz, keine Kunststoffbeuten
- Wachs: Rückstandsfreies Bio-Wachs im gesamten Kreislauf
- Varroa-Behandlung: Nur organische Säuren und ätherische Öle – was allerdings auch unzählige konventionelle Imker so handhaben
- Fütterung: Bio-Zucker oder eigener Honig
Was Bio nicht bedeutet
Der Honig selbst darf – bio oder nicht – niemals Zusätze enthalten. Naturbelassenheit ist gesetzlicher Standard für jeden Honig. Und Analysen zeigen: Rückstände im Honig sind auch bei konventionellen Imkern selten das Problem, weil der Nektar geschützt in der Blüte sitzt.
Worauf es wirklich ankommt
Für kleine Imkereien ist die Zertifizierung oft schlicht zu teuer – bei einer Handvoll Völker stehen Kosten und Nutzen in keinem Verhältnis. Wichtiger als jedes Siegel: Transparenz. Wer seinen Imker kennt, weiß mehr über sein Glas Honig, als jedes Logo verraten kann. Wie ich arbeite, liest du hier – und fragen kannst du mich jederzeit.
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