„Die Bienen sterben aus!“ – diese Schlagzeile kennt jeder. Als Imker werde ich oft darauf angesprochen. Zeit, die Fakten zu sortieren – denn die Geschichte ist anders, als viele denken.
Die Honigbiene stirbt nicht aus
Die Honigbiene ist als Nutztier gut betreut: Imker behandeln gegen die Varroamilbe, füttern nach der Ernte auf und vermehren ihre Völker gezielt. Die Zahl der Bienenvölker in Deutschland steigt seit Jahren sogar.
Die wahre Krise: Wildbienen und Insekten
Ganz anders sieht es bei den über 560 Wildbienenarten in Deutschland aus – rund die Hälfte steht auf der Roten Liste. Auch die gesamte Insektenmasse ist in den letzten Jahrzehnten dramatisch zurückgegangen. Die Hauptursachen:
- Fehlende Blühflächen: Monokulturen und Schottergärten bieten keine Nahrung
- Fehlende Nistplätze: Aufgeräumte Landschaften ohne Totholz, offene Bodenstellen und alte Stängel
- Pestizide: Insektizide treffen nicht nur Schädlinge
- Das Trachtloch: Nach der Rapsblüte finden Insekten in Agrarlandschaften oft wochenlang kaum Nahrung
5 Dinge, die wirklich helfen
1. Blühende Vielfalt pflanzen – von Krokus bis Efeu, möglichst von März bis Oktober
2. Ecken wild lassen: Ein „unordentlicher“ Gartenstreifen ist ein Insektenparadies
3. Auf Pestizide verzichten – im eigenen Garten die einfachste Übung
4. Regional kaufen: Wer Honig vom Imker und Obst vom Hof kauft, unterstützt eine Landwirtschaft der kurzen Wege
5. Wasser anbieten: Eine flache Schale mit Steinen als Landeplatz rettet an heißen Tagen Leben
Jeder Quadratmeter zählt. Und die Honigbiene? Der hilfst du am besten, indem du ihren Imker unterstützt.
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